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Transportwagen für Dekon-P in Eigenleistung

 Bereits seit 2008 sind die FF-Schmerzke und die FF-Brandenburg damit beschäftigt eine funktionierende Einheit aufzustellen die im Gefahrguteinsatz eine qualitative Dekontamination von Personen durchführen kann.Einsatzziel: Innerhalb von 15 Minuten muss der Dekontaminationsplatz aufgebaut und einsatzbereit sein. Kontaminierte Personen und Einsatzkräfte (CSA-Träger) müssen dekontaminiert werden.

 

Bereits 2009 stellte die Stadt Brandenburg an der Havel einen Gerätewagen Dekon-P, mit einer Grundausstattung an Einsatzmitteln, bei der FF-Brandenburg in Dienst. Dieser Gerätewagen wurde eigenfinanziert und stammt nicht wie sonst üblich aus dem Ausstattungsprogram vom Bund.

Die Schulungen der Kameraden an der Landesschule wie auch bei der Berufsfeuerwehr liefen an. Mittlerweile ist die Dekon-Ausbildung in der laufenden Ausbildung integriert. Beim Ausarbeiten des Einsatzkonzeptes haben wir uns an vorhandene Konzepte (Bundesvariante Gerätewagen Dekon-P) angelehnt. Schnell war klar, mit einer Staffelbesatzung sind 15 Minuten nur knapp bzw. nicht zu schaffen. Aus diesem Grund wurde 2010 ein TLF20/40 bei der FF-Brandenburg in Dienst gestellt und der Dekon-Einheit zugeordnet. Das Dekon-Konzept wurde auf 2 Staffelbesatzungen angepasst.

Ein weiterer Zeitfresser ist die Art der Beladung von Einsatzmitteln auf dem Dekon-P. So muss z.B. der Durchlauferhitzer, auf Palette geschraubt, mit einem Hubwagen bewegt werden. Das schwere Zelt in einer Kunststoffwanne (oft bei der Bundesvariante zu sehen) wiederspricht allen ergonomischen Grundsätzen. Deshalb wurden im Ausstattungshaushalt 2010 Mittel eingestellt um die Beladung aber auch Ausstattung mit Einsatzmitteln vom Dekon-P weiter voran zu treiben.

Bei der Ausarbeitung von Angeboten, welche am Markt erhältlichen Transportwagen beschafft werden können, wurde schnell klar, dass die aufzubringenden Kosten das Budget bei weitem übersteigen würden und die Art der Wagen auch nicht unseren Vorstellungen entsprechen würde.

Die Kriterien für die Transportwagen standen fest: Kostengünstig, Einsatzmittel müssen notfalls auch ins „Gelände“ gebracht werden können, Geräte sollen auf dem Wagen betrieben werden, Einsatzmittel die zum Gerät gehören sollen möglichst auf dem gleichem Wagen verstaut werden, Die Wagen müssen bei Veränderung von Einsatzmitteln leicht anpassbar sein.

Im September 2010 wurde dann der Eigenbau als Schweißkonstruktion und aus diversen Profilen geprüft. Auch diese Varianten stellten sich als zu kostspielig raus bzw. erfüllten nicht die Kriterien.

Das System der Fa. Creform zeigte den Weg zu einer guten Lösung. Leichte Kunststoffummantelte Stahlrohre und eine Vielzahl an verschiedenen Rohrverbindern lassen einen großen Spielraum an konstruktiven Varianten zu. Einmal gebaute Wagen lassen sich durch wenig Aufwand leicht anpassen bzw. verändern. Positiv bei diesem System war auch das wenig spezielles Werkzeug benötigt wird. Benötigt wird eine Kappsäge, Rohrentgrater und Drehmomentschlüssel. Am Brandenburger Fertigungsstandort der Heidelberger Druckmaschinen AG wird das System bereits seit längerer Zeit eingesetzt. Das notwendige technische Wissen wurde uns  zur Verfügung gestellt, bei Fragen zur Konstruktion und Belastungsrechnung wurden wir durch HEIDELBERG unterstützt.

Anfang November ging es dann los mit der Erstellung von Skizzen, Stücklisten bis hin zu Belastungsrechnungen.  Im Ergebnis waren 7 Wagen (mit dem System der Fa. Creform) und 1 Wagen (durch Fa. angefertigte Kunststoffwanne) gezeichnet und kalkuliert worden. Die benötigten Kunststoffkästen wurden von Fa. Schaefer bezogen. Im Ergebnis passten die Kosten und auch die aufgestellten Kriterien sahen wir erfüllt. In der KW2/2011 wurde uns die Bestellung  der Komponenten von Fa. Creform geliefert und der Bau der Wagen begann. Fast jeden Tag trafen sich 3-4 Kameraden nach ihrer Arbeitszeit und es wurde gesägt, entgratet, lackiert (Schnittkanten vom Rohr) und zusammengebaut. Bereits am 1. Tag konnten innerhalb von 4 Stunden 2 Wagen fertiggestellt werden.

Das System war für die Kameraden leicht verständlich und einfach zu bauen. Vielleicht lag es auch daran das Feuerwehrmänner (Frauen natürlich auch) irgendwie immer eine praktische Veranlagung haben oder das System Erinnerungen aus der Kindheit weckte als man noch mit einem Metallbaukasten eigene Werke baute. Der Bau der Wagen machte jedenfalls allen Kameraden sichtlich Spaß.

Wie flexibel das System ist zeigte dann der Wagen mit Durchlauferhitzer und Pumpe. Da beide Aggregate zusammen gehören, sollten sie auch auf einem Wagen untergebracht werden. Als der Wagen fertig war zeigte sich jedoch das die Gesamtmasse zu hoch ist um diese Einsatzmittel auch ins „Gelände“ zu bekommen. Alle anderen Geräte mit Wagen lassen sich im Notfall auch tragen, dieser Wagen würde dieses Kriterium nicht erfüllen. Kurzerhand wurde der Wagen am nächsten Tag in 2 Wagen umgebaut. Dafür war gerade einmal 1 Stunde notwendig.

Nach insgesamt 50 Stunden Konstruktion, Berechnung und Kalkulation und weiteren 120 Stunden Bauzeit sind wir nun am Ziel. Alle 8 Wagen sind fertig und auch die Kunststoffwanne wurde bereits geliefert. Die Wagen sind mittlerweile mit den vorhandenen Einsatzmitteln bestückt und auf dem Dekon-P verladen.

Nun gilt es die Ausbildung zu intensivieren um die Wagen im Alltag zu testen und gegebenenfalls zu optimieren.

 

Wir danken:

Heidelberger Druckmaschinen AG für die beratende Unterstützung

Fa. Creform für Beratung und freundliche Auftragsabwicklung

Metallbaufirma Gartensleben für die Bereitstellung einer Kappsäge.

Fa. Schaefer für die freundliche Auftragsabwicklung.

 

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